Hundsrosen und Pfaffenhütchen

Brüngesrather Straße
Foto aus dem Kölner Stadtanzeiger

"Pulheim-Sinnersdorf – Es begann vor drei Jahren als heftig umstrittenes Politikum. Da musste das damalige Landesstraßenbauamt als Ausgleich für den Bau der Landstraße, die aus Richtung Stommeln westlich an Sinnersdorf zur Autobahnauffahrt führt, Bäume und Sträucher pflanzen. Leiter Helmut Nikolaus schlug vor, das entlang eines Asphaltweges zu tun, der in Verlängerung der Brüngesrather Straße bis zum Chorbusch führt. Unterhalb der Straße lagen landwirtschaftlich genutzte Grundstücke. Für die wurde ein separater Feldweg angelegt.

Das passte etlichen Politikern nicht. Die Sinnersdorfer SPD und Vertreter des Naturschutzbundes erkannten aber damals die Chance, die sich ihnen bot. Sie unterstützten die Straßenbauer und boten sich an, eine Patenschaft zu übernehmen. Seit der Pflanzperiode im Herbst 2000 sind nicht nur viele Sträucher und Bäume angegangen, der Weg ist inzwischen zu einer beliebten Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zum Chorbusch geworden. Und auch Skater finden hier ideale Voraussetzungen, um ihr Hobby auszuüben. Direkt neben der Straße stehen auf einer Länge von 800 Metern mehr als 500 Sträucher und 25 Bäume.

Wie der Sinnersdorfer SPD-Vorsitzende Michael Stroschein mitteilte, handelt es sich dabei ausschließlich um einheimische Gehölze wie Ahorn, Wildbirne, Stieleiche, Winterlinde, Pfaffenhütchen, Hundsrose, Hasel, Schlehen oder Kreuzdorn. Damit die Spaziergänger aber auch wissen, welche Sträucher und Pflanzen am Weg stehen, ließen die Sozialdemokraten und der Naturschutzbund Tafeln anfertigen, auf denen alles Wissenswerte über den jeweiligen Baum oder Strauch steht. Stroschein: „Wir haben bisher 2000 Euro an Eigenmitteln in den Lehrpfad investiert.“

Zusätzlich wurden zwei Bänke aufgestellt. Und damit die Umgebung sauber bleibt, wurden in Zusammenarbeit mit der Stadt mehrere Papierkörbe aufgestellt, die regelmäßig geleert werden. Die Sinnersdorfer Kommunalpolitiker und Nabu-Mitglied Erwin Kroker sind aber auch regelmäßig vor Ort, um die jungen Pflanzen zu pflegen." (KStA)