„Familie steht privat und politisch im Mittelpunkt“

Artikel in der Pulheimer Sonntags-Post
Artikel in der Pulheimer Sonntags-Post vom 04.09.2004

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"Das Thema Familie, Kinder und Senioren liegt mir am Herzen." Mit diesem Satz unterstreicht Marlies Stroschein, SPD-Kandidatin für das Bürgermeisteramt, was privat und politisch den Mittelpunkt ihres Lebens ausmacht.

Im Privaten ist es zwar für sie und Ehemann Michael bereits ruhiger geworden – der 1984 geborene Sohn Martin wohnt zwar noch im Elternhaus, leistet aber derzeit seinen Zivildienst ab; die 1979 geborene Tochter Birka aber hat das Elternhaus bereits verlassen. Trotzdem ist die Familie für Stroschein nach wie vor Kraftquelle und Ausgleich zur politischen und beruflichen Aktivität. Dabei ist ihr der Spagat zwischen politischen und beruflichen Anforderungen einerseits und Kindererziehung und Haushalt offenkundig gelungen.

1948 Wurde Marlies Stroschein im westfälischen Hagen geboren. Sie schloss eine kaufmännische Ausbildung ab und arbeitet heute als Angestellte im Bundesverwaltungsamt. Bevor die Familie sich 1986 in Sinnersdorf niederließ, hatte es sie aus beruflichen Gründen ins bayrische Ottobrunn ‚verschlagen‘. In der ‚politischen Diaspora‘, wie es Stroschein nennt, folgte sie dem Beispiel ihres Ehemannes, der bereits seit längerer Zeit SPD-Mitglied war und trat 1982 in die SPD ein. ‚Ich wollte etwas gestalten, mich sozial engagieren, etwas für Kinder tun aus der eigenen Erfahrung heraus. Über die Politik hat man mehr Handlungsmöglichkeiten, erklärt Stroschein.

Mit dem Umzug 1986 ins Reihenhaus in Sinnersdorf war die politische Aktivität zunächst unterbrochen. Ein Jahr war Stroschein politisch ‚abstinent‘. Schon bald wurde Stroschein wieder aktiv, leitete eine Krabbelgruppe, rief einen Second-Hand-Basar ins Leben – kurzum setzte das in Bayern begonnene Engagement fort.

Im Sinnersdorfer Ortsverein wurde sie Schatzmeisterin, sie ist langjährige Vorsitzende im Sozial- und Seniorenausschuss und engagiert sich im Jugendhilfe-, Finanz- und Kulturausschuss; seit 1994 ist sie Mitglied im Pulheimer Stadtrat und seit 2000 stellvertretende Pulheimer Bürgermeisterin.

‚Eine große Partei wie die SPD muss einen Kandidaten stellen‘, begründet sie ihre Zusage, zur Kandidatur. 250 Haushalte hat Stroschein schon besucht. Ihr Ziel: ‚Ich will in jedem Wahlkreis einmal sein.‘ Unmut gegenüber SPD-Bundespolitikern will Stroschein bei ihren Hausbesuchen noch nicht erfahren haben: ‚Ich setze auf die Gespräche mit den Bürgern. Und die kommen mir alles andere als negativ entgegen.‘ Welche Prozentzahl sie am 26. September anstrebt – das will Stroschein aber nicht verraten.

Kommunalpolitisch wichtig sind Stroschein das Thema altersgerechtes Wohnen, die Umgestaltung des Guidelplatzes in Brauweiler, der Ortsmitte in Sinnersdorf, der Bau von Umgehungsstraßen. ‚Dabei müssen aber die Bürger – anders als bei der Streitfrage des Kreisels in Stommeln – mit einbezogen werden‘, fordert sie.

Auf die Frage, was sie ändern würde, wenn sie Bürgermeisterin wäre, kommt eine schnelle Antwort: ‚Wir müssen die flächendeckende Betreuung von Schulkindern anstreben.‘ Auch die Betreuung von Kindern bis drei Jahre müsse ausgebaut werden, damit Frauen mit Kindern wieder erwerbstätig sein können. ‚Die offene Ganztagsgrundschule ist ein Weg, den man weitergehen sollte‘, sagt Stroschein. Und weiter: ‚Visionen sind wichtig, um mittelfristig etwas auf den Weg zu bringen. Meine Zukunftsvision ist die ganztägige Betreuung von Schulkindern.‘

Wie sie das Bürgermeisteramt versteht, sagt sie so: ‚Ich möchte Anwältin und Ansprechpartnerin der Bürger sein und für mehr Gerechtigkeit und sozialen Ausgleich sorgen.‘