„Protest gegen die Post“

Pulheim-Sinnersdorf – Die Schließung der Postagentur ruft nun Sinnersdorfer Ratsmitglieder, Vertreter der Kirchen und der Vereine auf den Plan. In einer gemeinsamen Erklärung fordert die "Initiative Sinnersdorfer Postagentur" die Deutsche Post AG auf, "schnellstmöglich" zu handeln und sicherzustellen, dass wieder eine Postagentur nach Sinnersdorf kommt.

Den Verantwortlichen legen die Verfasser nahe, vorübergehend eine "mobile Post" in dem 6000-Seelen-Ort einzusetzen. Die Deutsche Post "darf sich ihrer sozialen und bürgerschaftlichen Verantwortung nicht entziehen", heißt es in der Erklärung.

Die Sinnersdorfer könnten nicht nachvollziehen, dass das Unternehmen die Postagentur im Reisebüro Heinke von jetzt auf gleich geschlossen habe. Viele Bürger hätten telefonisch und schriftlich gefordert, die Deutsche Post möge wieder eine Agentur vor Ort eröffnen. Denn "der derzeitige Standort in der Sinnersdorfer Ortsmitte hat sich seit vielen Jahren außerordentlich bewährt und zeichnet sich durch eine hohe Akzeptanz aus", betonen die Verfasser in ihrer Erklärung.

Die Schließung benachteilige insbesondere ältere Menschen. Sie seien auf eine Postagentur vor Ort angewiesen, da sie diese häufig nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen könnten. "Ein Umsteigen auf das Auto oder auf öffentliche Verkehrsmittel ist nicht ohne weiteres möglich beziehungsweise überhaupt nicht möglich."

Das allerdings ist unerlässlich, wollen die Bürger auf die nächstgelegene Postfiliale im Pulheimer Kaufring ausweichen. Auch für die vielen Postbankkunden, für Rentenempfänger und Gewerbetreibende bringe die Schließung erhebliche Probleme.

Die Deutsche Post hatte die Agentur am 4. Februar kurzfristig geschlossen. Das hatte sich nach Angaben von Dieter Pietruck, Pressesprecher der Post, nicht verhindern lassen. Es habe schwerwiegende Gründe gegeben, "die wir nicht zu verantworten haben", hatte Pietruck dazu erklärt. Nun sei das Unternehmen bemüht, in Sinnersdorf eine neue Filiale einzurichten.