Grußwort von Herrn Beigeordneten Florian Herpel …

Herausragend aktiv für das Brunnenfest: Marlies Stroschein und Heinz Otten
Beigeordneter Florian Herpel auf dem Brunnenfest – mit Marlies Stroschein, Hans-R. Müller und Michael Stroschein

"Verehrter Herr Otten,

sehr geehrte Mitglieder der Interessengemeinschaft,
liebe Sinnersdorferinnen und Sinnersdorfer,

ich grüße sie und alle Gäste, die heute von nah und fern nach Sinnersdorf gekommen sind.
Ein besonderer Gruß gilt dem Ehrenbürger unserer Stadt, Herrn Ulrich Hollmann.

Am 20. Juni diesen Jahren jährte sich zum 30. Mal die feierliche Einweihung des Brunnens im Ortsmittelpunkt.

Einige Wochen später hat die Interessengemeinschaft Sinnersdorfer Ortsvereine, an Ihrer Spitze der Vorsitzende Heinz Otten, eingeladen, dieses Jubiläum zu feiern. Die erste Frage, die sich stellt ist die, warum nicht am Jubiläumstermin gefeiert wurde. Die Frage lässt sich nun am einfachsten beantworten. Zu dieser Zeit fand in Deutschland die Fußballweltmeisterschaft statt und just am 20. Juni trug die deutsche Nationalmannschaft ihr drittes Gruppenspiel aus. Dies sehr erfolgreich und in Würdigung des 30 jährigen Brunnenjubiläums auch mit dem entsprechenden Ergebnis. Sie gewann gegen Ecuador 3:0.

Wenn wir nun heute das 30 jährige Jubiläum feiern, gilt ein erster Blick natürlich dem Objekt der Feier : dem Brunnen. Wolfgang Göddertz schuf ihn vor 30 Jahren. Er trat seinerzeit von Sinnersdorf aus an, die Kunstwelt zu erobern. In seiner nun über dreißigjährigen künstlerischen Tätigkeit hat er über 100 Projekte im öffentlichen Raum ausgeführt. In unmittelbarer Nähe, so in Bonn vor dem Gebäude der Deutschen Telekom, im Golf und Country Club Velderhof oder vor der Landeszentralbank in Aachen oder weltweit bis hin in den arabischen Raum.

Eine neuere Beschreibung charakterisiert Wolfgang Göddertz als einen Künstler, dessen Werke sich über statische Gesetzmäßigkeiten hinweg setzen und immer wieder die Synthese zwischen rauen und glatt glänzenden Flächen suchen.

Diese etwas abstrakte Beschreibung lässt sich – ob Göddertz dieses bewusst oder unbewusst getan hat -, auch auf den Sinnersdorfer Bürger übertragen. Ihnen ist eine ähnliche Charaktereigenschaft, wie den Kunstwerken Göddertz zu Eigen. Selten akzeptiert ein Sinnersdorfer vorgegebene Umstände. Er nimmt für sich in Anspruch, sich über das Gesetzmäßige hinweg setzen zu können und das Allgemeingültige definieren zu wollen. Diese Auffassung wird mit entsprechender Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit durchgesetzt. Auch hier sind von den kaum Grenzen erkennbar. So versuchen die Sinnersdorfer immer wieder die durch die Stadt gesetzten Grenzen zu überschreiten.

Angesichts der oben beschriebenen Synthese zwischen rauen und glatten Flächen ist es sicherlich kein Zufall, dass gerade die Sinnersdorfer CDU die Patenschaft über den Brunnen übernommen hat. Die CDU reinigt den Brunnen seit über dreißig Jahren und hält ihn am Laufen. So schön wie der Brunnen heute sich präsentieren kann, ist allen, die aktiv mitwirken, herzlich zu danken. Wer die Sinnersdorfer CDU kennt, kann aber nicht genau einschätzen, welche Flächen ihr lieber sind. Innerhalb der Pulheimer CDU repräsentieren die Sinnersdorfer sicherlich eher die rauen Flächen.

Göddertz selber sagt über seine Arbeit, er will antistatisch arbeiten, Bewegung hineinbringen und Kraft darstellen. Auch hier hat er visionär vor dreißig Jahren den Sinnersdorfer charakterisiert. Vielfach geht von Sinnersdorf Bewegung aus und ohne Kraftmeierei zu betreiben, werden immer wieder die Potentiale, die im Ort existieren, herausgestellt. Lebendigstes Beispiel hierfür ist das örtliche Zusammenleben. Die Interessengemeinschaft Sinnersdorfer Ortsvereine mit den zahlreichen Vereinen und Institutionen, die in ihr vereinigt sind, vertreten Sinnersdorfer Anliegen nahezu immer in einer Geschlossenheit, die einem in Pulheim Angst und Bange werden lässt. Es ist hoffentlich nicht zu befürchten, dass nach Abschluss der heutigen Feierlichkeiten mit der Sinnersdorfer Fahne an der Spitze gegen Pulheim marschiert wird.

Dieser Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass gerade in Sinnersdorf immer sehr schnell Vorhaben umgesetzt bzw. eingerichtet werden. An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen, denen zu danken, die sich vor dreißig Jahren für die Errichtung des Brunnens stark gemacht haben. Der Initiativen der Sinnersdorfer Hans Busshaus,
Ulrich Hollmann, Werner Kauth, Karl Klütsch, Dr. Krause-Sternberg, Hedwig Onkels, Heinz Otten und Alfred Sackenheim und vielen Ungenannten ist unter anderem dieser Brunnen zu verdanken. Diese Damen und Herren hatten sich seinerzeit in der Initiative „Sinnersdorf soll schöner werden“ zusammen gefunden und in zahlreichen Aktionen wertvolle Beiträge für die Verschönerung ihres Ortsteiles geleistet. Neben dem Brunnen vor der Grundschule wurden zahlreiche Anpflanzungen vorgenommen, Bänke und Pflanzkübel im Ortsteil aufgestellt oder Unterrichtsmaterialien für die Grundschule beschafft. In diesen zeitlichen Zusammenhang fällt auch die Errichtung der Gedenktafel zu Ehren des Landeshauptmannes Johannes Horion.

Auch hier könnte man meinen, dass Wolfgang Göddertz vor dreißig Jahren bereits visionär gearbeitet hat. Die Kugel des Brunnens kann beispielhaft für die augenblicklich stattfindende Diskussion stehen. Beispielhaft insofern, als ein ständiges Rennen auf dem Grundriss der Kugel nur dazu führt, dass man sich im Kreis bewegt, ohne wirklich voran zu kommen. Vielleicht hat Göddertz auch empfohlen, die Symbolik des Brunnens aufzugreifen, indem es sich vielleicht empfiehlt, wie die Kugel im Brunnen auf das Wasser zu reagieren. Nämlich Veränderungen, wie die durch das Wasserspiel auf der Oberfläche der Kugel in Kauf zu nehmen und diese, wie das Wasser auf der Kugel letztendlich an sich abperlen zu lassen, ohne Form oder Statur zu verlieren.

Dem heutigen Fest bleibt zu wünschen, dass alle Besucherinnen und Besucher fröhliche Stunden verleben, viel Zeit für Geselligkeit finden und dass alle Beteiligten mit fröhlichen Gedanken nach Abschluss des Festes nach Hause gehen können.

Dies wünsche ich Ihnen allen von Herzen und danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit."